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Annotated captions of Stephen Hawking asks big questions about the universe in German

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Es gibt nichts Größeres oder Älteres als das Universum.

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Die Fragen, über die ich gerne sprechen möchte, sind:

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Woher kommen wir?

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Wie ist das Universum entstanden?

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Sind wir allein im Universum?

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Gibt es dort draußen außerirdisches Leben?

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Wie sieht die Zukunft der Menschheit aus?

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Bis in die 1920er

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dachte jeder, dass das Universum im Wesentlichen statisch

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und unveränderlich in der Zeit gewesen sei.

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Dann wurde entdeckt, dass sich das Universum ausdehnt.

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Ferne Galaxien bewegen sich von uns weg.

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Das bedeutet, dass sie in der Vergangenheit enger zusammen gewesen sein mussten.

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Wenn wir zurückrechnen,

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stellen wir fest, dass wir alle übereinander gewesen sein mussten --

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vor etwa 15 Milliarden Jahren.

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Das war der Urknall, die Entstehung des Universums.

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Aber gab es etwas vor dem Urknall?

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Wenn nein, was genau schuf dann das Universum?

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Warum ging das Universum genau so aus dem Urknall hervor?

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Wir dachten, dass man die Theorie des Universums

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in zwei Teile aufteilen konnte.

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Erstens gab es Gesetze

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wie die Maxwell-Gleichungen und die allgemeine Relativitätstheorie,

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welche die Entstehung des Universums festlegten --

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bei gegebenem Zustand des gesamten Raumes zu einer Zeit.

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Zweitens gab es die Fragestellung

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zum Ausgangszustand des Universums.

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Wir haben gute Fortschritte hinsichtlich des ersten Teils gemacht

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und haben nun das Wissen über die Gesetze der Evolution

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unter den außergewöhnlichsten Bedingungen.

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Aber bis vor kurzem hatten wir kaum eine Vorstellung

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vom Ausgangszustand des Universums.

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Doch die Einteilung in Gesetze der Evolution und Ausgangszustände

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ist davon abhängig, dass Zeit und Raum unterschiedlich sind.

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Unter außergewöhnlichen Bedingungen erlauben es die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantentheorie,

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dass sich die Zeit wie eine weitere Dimension des Raumes verhält.

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Dies hebt die Unterscheidung zwischen Zeit und Raum auf

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und bedeutet, dass die Gesetze der Evolution ebenfalls den Ausgangszustand bestimmen können.

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Das Universum kann sich plötzlich aus dem Nichts heraus selbst erschaffen.

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Außerdem können wir die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass das Universum

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in unterschiedlichen Zuständen erschaffen wurde.

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Diese Vorhersagen stimmen hervorragend

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mit den Beobachtungen des WMAP-Satelliten

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über den kosmischen Mikrowellenhintergrund überein,

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der ein Abdruck des sehr frühen Universums darstellt.

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Wir glauben, das Rätsel der Schöpfung gelöst zu haben.

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Vielleicht sollten wir das Universum patentieren

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und jedem eine Lizenzgebühr für seine Existenz berechnen.

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Nun wende ich mich zur zweiten großen Frage:

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Sind wir allein oder gibt es anderes Leben im Universum?

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Wir glauben, dass das Leben unwillkürlich auf der Erde entstand.

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Also muss es für das Leben möglich sein, auch auf anderen geeigneten Planeten zu erscheinen,

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von denen es eine große Zahl in der Galaxie zu geben scheint.

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Aber wir wissen nicht, wie das Leben ursprünglich erschien.

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Wir haben zwei durch Beobachtungen gewonnene Anhaltspunkte

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über die Wahrscheinlichkeit, wie das Leben erschien.

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Der erste ist, dass wir Fossilien von

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3,5 Milliarden alten Algen haben.

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Die Erde bildete sich vor 4,6 Milliarden Jahren

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und war vermutlich für die erste halbe Milliarde Jahre lang zu heiß.

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Also erschien das Leben auf der Erde

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innerhalb von einer halben Milliarde Jahren nachdem es möglich war,

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was eine kurze Zeit ist, verglichen mit einer Lebensdauer von zehn Milliarden Jahren

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eines erdähnlichen Planeten.

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Das deutet auf eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit für auftretendes Leben hin.

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Wenn sie sehr gering wäre, hätte man erwartet,

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dass es den größten Teil der zehn Milliarden Jahre dauern würde.

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Andererseits sind wir offenbar noch nicht von Außerirdischen besucht worden.

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Ich zähle die Berichte von Ufos nicht mit.

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Warum sollten sie nur vor Sonderlingen und Verrückten erscheinen?

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Wenn es eine Regierungsverschwörung hinsichtlich der Unterdrückung von Berichten gäbe,

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um die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Außerirdischen für sich zu behalten,

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scheint es eine bisher äußerst wirkungslose Strategie gewesen zu sein.

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Außerdem haben wir trotz ausgiebiger Suche des SETI-Projekts

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noch keine außerirdischen Fernseh-Quizsendungen gehört.

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Das weist wohl darauf hin, dass es keine außerirdischen Zivilisationen

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mit unserem Entwicklungsstand

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innerhalb eines Radius von wenigen hundert Lichtjahren gibt.

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Die Ausstellung einer Versicherungspolice

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gegen die Entführung von Außerirdischen scheint eine ziemlich sichere Sache zu sein.

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Damit komme ich zur letzten der großen Fragen:

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Die Zukunft der Menschheit.

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Wenn wir die einzigen intelligenten Wesen in der Galaxie sind,

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sollten wir sicherstellen, dass wir überleben und fortbestehen.

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Wir begeben uns jedoch in einen zunehmend gefährlichen Abschnitt unserer Geschichte.

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Unsere Bevölkerung und unser Verbrauch begrenzter Ressourcen des Planeten Erde

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steigen exponentiell, genauso wie unsere technischen Fähigkeiten,

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die Umwelt zu verändern -- zum Guten wie zum Schlechten.

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Aber unser genetischer Code

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trägt immer noch die selbstsüchtigen und aggressiven Instinke,

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die einen Überlebensvorteil in der Vergangenheit darstellten.

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Es wird schwierig genug sein, eine Katastrophe

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in den nächsten hundert Jahren abzuwenden,

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ganz zu schweigen von den nächsten tausend oder Millionen Jahren.

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Unsere einzige Überlebenschance auf Dauer

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ist es, nicht auf der Erde zu verweilen,

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sondern uns ins Weltall auszubreiten.

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Die Antworten zu diesen großen Fragen

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zeigen, dass wir beachtliche Fortschritte in den letzten hundert Jahren gemacht haben.

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Wenn wir aber über die nächsten hundert Jahre hinaus weitermachen möchten,

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ist unsere Zukunft das Weltall.

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Das ist der Grund, warum ich für die bemannte --

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oder soll ich sagen die Personen einschließende -- Raumfahrt bin.

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Mein ganzes Leben lang wollte ich das Universum verstehen

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und Antworten auf diese Fragen finden.

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Ich habe großes Glück gehabt,

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dass meine Behinderung keine gravierende Einschränkung war;

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in der Tat hat sie mir vermutlich mehr Zeit verschafft als den meisten Menschen,

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um der Suche nach Wissen nachzugehen.

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Das höchste Ziel ist eine vollständige Theorie des Universums

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und wir machen gute Fortschritte.

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Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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Chris Anderson: Wenn Sie sich festlegen müssten,

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glauben Sie nun, dass es wahrscheinlicher ist oder nicht,

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dass wir allein in der Milchstraße sind,

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in Bezug auf eine Zivilisation mit mindestens unserer Intelligenzstufe?

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Diese Antwort dauerte sieben Minuten und schuf in mir das Verständnis

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für die unglaublich großzügige Handlung, die dieses Gespräch für TED darstellte.

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Stephen Hawking: Ich glaube, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass wir die einzige Zivilisation

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innerhalb einiger hundert Lichtjahre sind;

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ansonsten hätten wir bereits Radiowellen empfangen.

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Die Alternative ist, dass Zivilisationen nicht sehr lange währen,

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sondern sich selbst zerstören.

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Chris Anderson: Professor Hawking, vielen Dank für diese Antwort.

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Ich denke, dass wir dies als lehrreiche Mahnung

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für den Rest unserer Konferenz diese Woche mitnehmen werden.

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Professor, wir danken Ihnen vielmals für Ihr außerordentliches Engagement,

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um Ihre Fragen heute mit uns zu teilen.

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Ich danke Ihnen vielmals.

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(Applaus)